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Gradara (der Schloss von Gradara)

  1. Gradara (der Schloss von Gradara)

Gradara liegt nur eine kurze Busfahrt entfernt von den Badeorten der Adriaküste und kann deshalb mit San Marino konkurrieren, wenn es um das Lieblingsausflugsziel der Pauschaltouristen geht. Die imposante Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert, die die ganze Stadt umgibt, ist eine der besterhaltensten der Marken. Mit ihren zahlreichen Zinnen und Türmchen ist sie eines der schönsten Wahrzeichen der nordmarchigianischen Küste.

Die Burg Gradara wurde im XV Jahrhundert, nach vier Jahrhunderten Bauzeit, vollendet und wurde Schauplatz der ewigen Streitereien der Malatesta und Montefeltro, um letztendlich in die Macht der Sforza überzugehen. Es waren jedoch nicht die Familienstreitereien, die der Burg ihre Berühmtheit bescherten und sie zu einem beeindruckenden Ort machte, sondern der Dichter Dante Alighieri. Im V Lied „Canto dell'Inferno" der „Divina Commedia" erzählt er von einer leidenschaftlichen und gleichzeitig tragischen Liebesgeschichte zwischen Paolo und Francesca, die daraufhin zum Symbol für Liebespaare, jeglicher nachfolgenden Epochen wurde. Es wird erzählt, daß ihre aufregende Beziehung tatsächlich in der Burg Gradara stattgefunden haben soll und noch heute wird die Atmosphäre einer flammenden und fatalen Entwicklung der Gefühle, im „Zimmer der Liebenden", hervorgerufen.

Francesca von Rimini

Francesca war die Tochter von Giovanni da Polenta, Herrscher von Ravenna.Gianciotto, ein mutiger, aber potthäßlicher Soldat, erlangte von ihrem Vater das Einverständnis, sie zu heiraten. Da er fürchtete, Francesca würde ihn wegen seiner Häßlichkeit ablehnen, überredete er seinen gut aussehenden Bruder Paolo, sich als Gianciotto auszugeben und um sie zu werben. Als der Hochzeitsvertrag unterzeichnet war, schlüpfte auf einmal der echte Gianciotto, der Häßliche, ins Ehebett, zum verständlichen Entsetzen der jungen Braut. Das Tragische aber war, Francesca und Paolo hatten sich wirklich ineinander verliebt. Als Gianciotto entdeckte, daß sein Bruder ihn betrog, brachte er die beiden Liebenden um. Dante machte sie unsterblich im 5. Gesang des „Inferno".

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