296 m ü.M., 18 km von Rimini, 9 von San Marino, im Herzen des Marecchia-Tals, "Verus oculus" der Romagna. Das Gebiet um Verucchio war bereits in der Frühgeschichte bewohnt; als Villanova-Ansiedlung lag es auf dem Handelsweg des kostbaren Bernsteins, für den die Etrusker eine besondere Vorliebe hatten.Zeugnisse aus dieser Epoche enthält das Archäologische Museum der Villanovakultur, das sich in einem alten Kloster befindet: herrlich gearbeiteter Grabschmuck mit Hausrat und Ornamenten aus Ton, rares Einrichtungszubehör wie Weidenkörbe, Reste von Speisen und Stoffen (die einzigen, die von diesem Kulturvolk in Italien gefunden wurden), Mantelfibeln aus gerändeltem Gold oder mit Bernstein überzogen und der wunderschöne, vollkommen bemalte Holzthron. Das Museum ist auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet: Eintritt £. 5.000, Sonderpreis für Gruppen.Die Rocca Malatestiana bzw. die Bergfestung der Malatesta ist die Geburtsstätte des Ahnherrn der Familie, dem Mastin Vecchio, und der Ausgangspunkt ihrer Herrschaft. Von einem seiner schreckenserregenden Söhne ist in der durch die Jahrhunderte überlieferten Legende des Barroccio die Rede.Ursprünglich waren zwei Festungen vorhanden, eine wurde im 17. Jahrhundert in ein Kloster verwandelt. Von der alten Burgfestung aus dem 12. Jahrhundert, die unter dem Namen "del Sasso" bekannt ist, sind außer dem Tor im Innern noch gut sichtbare Reste erhalten. Der Rest des Bauwerks trägt die stilistischen Spuren des Quattrocento, die Sigismund Pandolfo Malatesta seinen ganzen Besitzen aufgeprägt hat. Interessant sind das Studierzimmer (mit Geheimgang) und der Waffenraum. Die Einrichtung geht auf das Rinascimento zurück. Die Burg ist für Gruppenführungen geöffnet. Eintritt £. 6/8.000.Sehenswürdig ist die Kollegialkirche der Heiligen Martin und Franziskus, mit Werken aus dem Trecento (Rimineser Schule) bis zum 18. Jahrhundert, unter denen berühmte Namen wie Gian Battista Costa und Centino hervorstechen. Im nahegelegenen Oratorium der Barmherzigkeit (18. Jahrh. ) befindet sich eine kostbare Samson darstellende Tafel. Einen Besuch Wert sind die Kirche der Heiligen Augustinus aus dem 14. Jahrh. und die der Heiligen Chiara aus dem 17. Jahrh.. Talabwärts liegen die Pfarrkirche und der viereckige Turm.Zahlreich vorhanden sind restaurants in denen die Stimmung vergangener Zeiten wieder auflebt.